Die MJ Hof im hohen Norden

Kieler Woche 2015

Auch in diesem Jahr begab sich die Kuttercrew auf die Reise an die Förde um an der 126. Marinekutterregatta im Rahmen der Kieler Woche teilzunehmen.

Das Vorauskommando um Skipper Matthias Mergner, brachte unsere „Achilles“ bereits am Donnerstag unfallfrei nach Kiel. Kaum angekommen, wurde der Proviant ergänzt, das Zelt im Marinestützpunkt aufgestellt und der Tag gemütlich beendet. Die restliche Crew traf aufgrund familiärer, universitärer oder beruflicher Verpflichtungen erst am Freitagnachmittag ein. Nachdem sich gemeinsam an heimatlich Gegrilltem gestärkt wurde nahm die fränkische Jugend und die Junggebliebenen die Chance auf „Landgang“ wahr. Am nächsten Morgen waren alle wieder heil zurück und das Wetter versprach, entgegen der Drohungen des bordeigenen Wetterfrosches, beste Segelbedingungen. Bei der Steuermannsbesprechung bestätigten sich leider unsere Befürchtungen: Lediglich 12 ZK-10 hatten den Weg nach Kiel gefunden. Damit bestätigt sich der Negativtrend der vergangenen Jahre. Vor allem aus dem Mittelfeld der Rangliste Kutter des DSSV kam kaum einer zur Landesmeisterschaft Schleswig-Holstein.

Beim Aufriggen fiel dann obendrein auf, dass zwei mehr oder weniger wichtige Kleinteile unseres Kutters ebenfalls zu Hause geblieben waren. Dank der Crew des Bootshafens, die uns mit Blöcken aushalf, konnten doch noch zwei Taljen für Groß- und Besanschot zusammengetüddelt werden. Mit Behebung dieses Problem war, ging es bei 4-5 Bft Wind zu zwei Wettfahrten mit olympischen Kurs aufs Wasser. Trotz zweier 10. Plätze können wir mit unserer Leistung durchaus zufrieden sein. Mit neuem Alurigg und alten Segeln, konnten wir gut mithalten und mussten das vorne hochkarätig besetzte Feld nie weit ziehen lassen. Der Abend gehörte dann der „Kielline“ mit einem Besuch bei der Marine-Jugend Kieler Förde.

Am Sonntag ließ uns der Wind im Gegensatz zur Sonne im Stich. Vormittags konnte noch eine verkürzte Wettfahrt absolviert werden. Erneut wurde der 10. Platz erreicht. Zum Nachmittag flaute es dann vollends ab, sodass allein das Verlassen des Tirpitzhafens beinahe eine Stunde in Anspruch nahm. Auf der Bahn angekommen, galt es zunächst die Startverschiebung zu überbrücken. Dies geschah zum Beispiel durch dem kutterseglereigenes, sogenanntes „Chillen“ oder auch einer Kutterpolonaise um das Startschiff. Als die Startbereitschaft endlich aufgehoben wurde, war der Hafen nur noch mit Schlepphilfe zu erreichen. Nach einem kurzen Seglerschnack ging es zeitig auf die Koje, der kommende Tag versprach lang zu werden. Montagmorgen wurde um 08:30 Uhr die erste von zwei verkürzten Wettfahrten gestartet. Bei 3-4 Bft wurden wir zweimal neunter. In der Gesamtwertung bedeutete das den 9. Platz – ein, unter den oben erwähnten Voraussetzungen, durchaus zufriedenstellendes Ergebnis.

Pünktlich zum Ende der Regatta begann es dann auch, ordnungsgemäß für den momentan vorherrschenden milden Winter, zu regnen. Sicher auch um zu verhindern, dass wir im Trockenen abriggen und kranen konnten. Trotz dieser Widrigkeiten lag der Kutter mittags auf dem Trailer, das Zelt war abgebrochen und alle persönliche Habe verladen, sodass der Heimreise nichts mehr im Weg stand. Diese verlief reibungslos und gegen 20 Uhr wurde der heimatliche Untreusee erreicht. Insgesamt wieder ein tolles verlängertes Wochenende, einziger Wermutstropfen war das doch ziemlich überschaubare Starterfeld.

Der Dank gilt wieder dem Marinestützpunkt Kiel mit den Verantwortlichen um die Marinekutterregatta mit Planung und Ausführung, inklusive unserem „Broiler“ als ZK 10 Verantwortlicher im allgemeinen und natürlich der Bootshafencrew für die schnelle Hilfe (mit Rum als Zahlungsmittel geht fast alles) im Besonderen.

Text: M. Radenz, A. Spörl
Bilder: Gabi Hofmann, MStpKdo Kiel